Ab nach draußen an den Teich

„Ab nach draußen“, das war das Motto der diesjährigen Projektwoche vom 16.5. -20.5.2022 der GGS Henri-Dunant. Einer der Höhepunkte der Woche war sicherlich das „Teichprojekt“. Hierbei lernten die Kinder den Lebensraum „Gewässer“ mit allen Sinnen kennen.

Initiator war Herr Dewitz, der Vorsitzende unserer Schulpflegschaft und zugleich aktives Mitglied des Angelvereins Petri Heil 04(Wersten).

Los ging es für jede Klasse im idyllisch gelegenen Vereinsheim des Anglervereins, direkt am Uni See gelegen ist, inmitten üppig grüner Büsche und Bäume und hohem Gras.Zunächst wurde das Ufer des Sees näher unter die Lupe genommen. Dabei gab es für die Kinder viel zu sehen, angefangen von Flusskrebsen mit imposanten Scheren über Bienen, die um Bienenstöcke herumsummten bis hin zu einer Fallobstwiese, deren Bäume erste kleine zarte Früchte trugen.

Einfühlsam, mit viel Sachkenntnis und einer großen Portion Humor erklärte Herr Dewitz den Kindern, was es alles zu entdecken gab. Dabei lag der Fokus stets auch auf dem ökologischen Aspekt. Ohne erhobenen Zeigefinger wurde zum Beispiel darauf hingewiesen, welche wichtige Funktion die Bienen für die Natur haben und dass auch schon Kinder dazubeitragen können, die Bienen zu schützen.

Besonders eindrucksvoll fanden die Kinder die schwarzen großen Flusskrebse, die vom Anglerverein zu Tausendengefangen werden, um das ökologische Gleichgewicht des Sees zu schützen. Dabei handelt es sich nämlich um eine invasive und damit der heimischen Natur nicht zuträglichen Art. Ganz besonders mutige Kinder konnten die Krebse sogar berühren. „Das fühlt sich an wie ein Stein“; stellte Frederick fest.

Die Kinder – und wenn man ehrlich ist, auch die begleitenden Erwachsenen – kamen an diesem Vormittag aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wer hatte bis dahin schon gewusst, dass sich hinter dem Zaun des Anglervereins mitten in einerEinfamilienhaussiedlung eine solche verwunschene Oaseverbirgt? Zwischen umherschwirrenden Insekten, blühenden Sträuchern, Schilf und Gräsern konnte man mit scharfen Augen sogar ein Teichhuhn brüten sehen.

Zum Schluss durften die Kinder dann selbst aktiv werden und mit Kescher Kleinstlebewesen aus dem See zu fischen. Unter professioneller und vor allem sehr geduldiger Anleitung des Biologen Herrn Wantia von der Initiative „Finne“ wurden sie zu kleinen Forschern und Forscherinnen. Sie nahmen Libellenlarven und andere Bewohner des Sees genau in Augenschein. „Wie schön die sind!“, rief Sarina entzückt, als sie die fragilen kleinen Lebewesen im Lupenbecher hin- und herflitzen sah.

Zum Schluss wurden die Tiere vorsichtig wieder in den See zurückgeschüttet. Dabei gingen die Kinder mit großer Ernsthaftigkeit vor – keins der Tierchen sollte zu Schaden kommen. Der Respekt vor der Natur, aber auch die Faszination für den Lebensraum Gewässer mit all seinen Facetten ist nach diesem Vormittag ganz sicher bei allen Kindern geweckt worden und viel Spaß gab es natürlich obendrein.

PS: Wer mehr wissen möchte: Finne ist eine Umweltbildungsinitiative des Umweltministeriums und der Fischereiverbände NRW mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen biologische Zusammenhänge und Umweltbewusstsein zu vermitteln, Infos dazu unter: www.wasserlauf-nrw.de

Text AC

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